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Linienschiff Artikel Das schwedische Linienschiff „Vasa“ von 1628
Das Linienschiff war das vom 16. bis zu dem 19. Jahrhundert schwerste Kriegsschiff in Europa. Schwerfälliger als die Fregatte besaß es die größte Tonnage und die durchschlagsstärksten Kanonen. Der Name leitet sich vom englischen Ship of the line her: Mit dem Einzug der Geschütze in den Seekampf begannen die Flottenbefehlshaber ihre Schiffe in Kiellinie zu manövrieren. Dadurch wurde es möglich, dass eine große Zahl von Schiffen gleichzeitig auf den Feind feuern konnte, ohne dass sie sich gegenseitig behinderten (Breitseitenfeuer). Für diese Taktik eigneten sich Linienschiffe aufgrund ihrer Feuerkraft und relativen Trefferunempfindlichkeit (wegen des schweren Schiffskörpers) am besten.
Nelsons Flaggschiff 'Victory' während der Seeschlacht bei Trafalgar 1805
Auf den Linienschiffen waren die Kanonen über mehrere Decks verteilt und zwar von zwei durchlaufenden Decks bis zu vier Decks. Man hat die Schiffe dann auch als Zweidecker, Dreidecker oder Vierdecker genannt. Die schwersten Geschütze kamen auf das unterste Batteriedeck, es waren die 32-Pfünder, darüber in dem Mitteldeck und Oberdeck waren die 24 und 12-Pfünder.
Als erste Nationen setzten vor allem England und die Niederlande auf den Einsatz von Linienschiffen. In den Seeschlachten des 17. Jahrhunderts erstreckten sich die Flotten teilweise über mehrere Kilometer und feuerten tagelang Breitseiten aufeinander ab. Am St James's Day Fight vom 25. Juli 1666 kämpften 89 englische Linienschiffe auf einer Breite von 9 Meilen gegen 88 niederländische Linienschiffe. Dabei wurden insgesamt ca. 3 Schiffe versenkt, was vor allem auf die Widerstandsfähigkeit der massiven Linienschiffe zurück zu führen ist.
Den Höhepunkt seiner Bedeutung erreichte das Linienschiff in den napoleonischen Kriegen: 1805 besiegte Admiral Nelson mit seiner Linienschiffflotte die Franzosen in der Schlacht von Trafalgar.
S.M. Linienschiff Thüringen (1.Weltkrieg)
Linienschiffe mit ihren ausschließlich an Back- und Steuerbord angebrachten Kanonen (Kasemattgeschütze) kamen etwa um 1870 außer Gebrauch, als zusätzlich Geschütze mit großen Kalibern in Verwendung kamen, die in verschieden angebrachten Drehtürmen standen (Hauptartillerie). Die Kasemattbewaffnung blieb bis zu dem Bau von HMS Dreadnought in der alten Form erhalten (Mittelartillerie unterschiedlicher Kaliber und Reichweiten). Die Dreadnoughts, später Schlachtschiffe genannt, erhielten ca. eine auf ein Kaliber standardisierte oder gar keine Mittelartillerie, die Hauptartillerie wurde aber verdoppelt bis verdreifacht.
Das Bild zeigt das Linienschiff Thüringen (22.800 t), ein früher Dreadnought-Typ der Helgoland-Klasse, 12 30,5cm-Geschütze sind in den 6 Drehtürmen angebracht, ein Deck tiefer befindet sich die Mittelartillerie in Kasemattaufstellung.
Das Gefecht in der Schlachtlinie wird aber erst nach Ende des 1. Weltkrieges als überholt angesehen.
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